Ausflug nach Naumburg

Auf der schwäbsche, ähm, naumburger Eisenbahne…

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Hartnäckig sind sie ja, unsere Beiden uns betreuenden, der frauen- und männerverstehende Stefan und die fleißige Christina. Nach intensivem E-Mail-Verkehr fanden sich dann 39 mutige Frauen und Männer aus den Reihen der Elferratsfrauen und –männer und Anhang am Bahnhof Großenritte ein, um einzutauchen in die Welt der Dampflok. Und dann kam sie und mit ihr der reservierte Vibanco-Gonz-Wagen. Mit gespannter Erwartung wurde eingestiegen und lautstark das Ambiente gelobt. Zeitsprünge waren vorprogrammiert. Jeder der Herren war, wenn nicht nur einfacher Passagier, so doch zumindest Heizer in grauer Vergangenheit, ja vielleicht sogar auch Lokführer. Die ehrenamtlichen Helfer in wunderschönen Uniformen lochten unsere Fahrkarten, also fast alle, nur Prinzessin Silke wurde nicht gelocht. Ihre Fahrkarte blieb unversehrt in der Hose. Besondere Aufmerksamkeit erhielten die Damen aus 18hundert-Schnee in ihren herrlichen Kleidern. Sie lockten gewisse Neidgefühle der Weiblichkeit hervor ob der immerwährenden Schönheit nach so vielen Jahren. Gut, Blumen pflücken während der Fahrt war verboten und auch die Hoofer Indianer kamen nicht fort-fun-mäßig mit lautem Gebrüll hervor. Auch war es verboten, in den Wagen zu spucken. Dafür gab es im Buffetwagen Kesselwasser und Heizdampföl zum Schmieren der Kehlen, die immer wieder das ein und andere Liedchen anstimmten. In Naumburg angekommen, nach Ablichtung aller, konnten wir dann im Gasthaus Weinrich unser Mittagessen genießen. Pünktlich zum Gang über das überschaubare Stadtfest öffnete der Himmel seine Tore und ließ Regen herniederfallen. Die Cafebetreiber freute es, waren wir doch gern ihre Kunden und genossen das herrlich warme Getränk. Was ein Glück aber auch für den mutigen DJ, der unermüdlich unter dem schützenden Zeltdach ein Mitmachlied nach dem nächsten aufspielte und uns so in karnevalistische Laune versetzte. Staunend betrachteten uns die Naumbürger und fragten sich, was für ein wundersames Volk dies sein möge. Wir aber sangen und freuten uns an uns und des Lebens, Regen sei dank. Auf der Heimfahrt genoss der ein und andere Herr seine eigene Innenansicht nach den vielen Eindrücken.  Und wieder gab es viel zu schauen, sobald der Dampf der nun sehr nahen Lok an uns vorbeigezogen war. Ach ja, und Jupp erfreute uns mit einem sehr schnell gesprossenen Bart, sogar trendig beringt. Alles in allem sage ich mal so aus Sicht der ausflug- und erlebniserfahrenen Frauen: die Männer haben sich redlich Mühe gegeben und ja, fühlt euch adoptiert. Ein kleiner Wermuttropfen allerdings muss noch verkraftet werden. Unübersehbar stand auf dem Schild zum Eingang jeden Waggons, dass der Aufenthalt auf der Bühne bei geöffnetem Gitter verboten ist. Da müssen wir in der bevorstehenden Kampagne nochmal drüber reden.

Text:   Petra Dippel

Fotos: Michael Damm und Dietrich Geißer

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